Wichtiges Feedback zur 12. GNBF Meisterschaft & Jury Kritik? - Ausblick Verbesserungsmöglichkeiten

Einen wunderschönen guten Morgen zusammen!
Heute ist Montag, zwei Tage nach der 12. Deutschen Meisterschaft der GNBF sind nun vergangen. Ich möchte euch ein kleines aber wichtiges Fazit zu der Meisterschaft, meine Funktion als Juror und abschließend Verbesserungen näher bringen.

Wie bereits in den letzten Jahren vernommen wurde, ist die Nachfrage zu dopingfreien Wettkämpfen gewachsen. Das freut mich sehr, das diese Meisterschaft bereits neue Rekorde an Teilnehmerzahlen gebrochen hat. Nicht ohne ist bereits das Alter vieler Athleten, die sich bereits in sehr jungen Alter versuchen. Einfach Klasse, welches Potenzial dort in Wienloch präsentiert hat. Nach jahrelangen Wettkampferfahrungen, durfte ich dieses erstmalig als Juror das Geschehen mit bewerten. Es war für mich einen neue und ehrenvolle Aufgabe, der ich natürlich gerecht geworden bin. Anlass warum ich dieses Fazit schreibe ist, weil viele die Sinnhaftigkeit und die Entscheidungen mancher Klassensiege in Frage stellen. Wie sollte es auch anders sein? Jedes Jahr werden Entscheidungen in Frage gestellt, doch manchen wissen einfach nicht die Arbeit der Juroren zu schätzen. Ich denke dass ich für alle Juroren der GNBF spreche, wenn ich sage, dass jeder von uns so objektiv entscheiden will wie möglich. Jeder kann sich nicht von subjektiven Eindrücken rausreden, jedoch gibt es nun einmal Kritikern, Reglements der Klassen, die einem die Entscheidungen objektiver gestalten. Und so sollte es auch bitte sein. In der kürze der Zeit mit 5 Kampfrichtern eine Entscheidung zu fällen, ist nicht immer eine einfache Entscheidung, gerade wenn viele der jungen Klassen so stark und dicht besetzt sind. Viele der Juroren als unfähig somit zu betiteln, sehe ich als haltlos und völlig daneben an. Ich denke wenige Athleten haben sich mit dem Reglement auseinander gesetzt. Noch weniger Athleten wissen gar in welcher Klasse sie überhaupt gehen sollen. Daher muss auch hier noch einiges passieren, dass so etwas weniger geschehen sollte. Dazu später mehr in den Verbesserungen.

In den Pausen konnte ich mit vielen Athleten sprechen und habe auch das Gespräch mit enttäuschten bzw. etwas angeschlagenen Athleten gesucht, die manche Platzierungen nicht verstehen konnten. Im Endeffekt ist es keine Entscheidung eines einzelnen Juror, sondern eine Punktentscheidung aller Juroren, wobei jeder gleich gewichtet wird. Rückschlüsse direkt nach der Wettkampf und noch am selbigen Tag zu ziehen sind daher völlig verständlich emotional geprägt. Das sollte aber nicht so sein. Ich kann dazu aufrufen, wer mit den Entscheidungen nicht zufrieden ist und dieses nicht verstehen, gerne das Ergebnis einzufordern. Es ist ebenfalls eine faire Art aller Beteiligten das Gespräch zu suchen und nicht seine Meinungen über Person XY im Social Media breitzutreten. Bring sowieso nichts.
Viele Erwartungen sind heutzutage folgende: Ich komme auf die Bühne und räume ab, ist doch ein Kinderspiel! Ja es ist Arbeit und jeder hat sein Bestes gegeben, nur gibt es einen Erstplatzierten, der wohl augenscheinlich gem. Beurteilungskriterien besser war. Gewinnen und verlieren, gehört zum Leben dazu. Das muss jeder lernen, auch ich. Auch wenn weh tut, man kann nicht erwarten als Newcomer direkt zu gewinnen.

Mit der Entscheidung als Juror dieses Jahr mitzuentscheiden, habe ich die kritische Sichtweise kennengelernt. Ich habe dazugelernt wie welch schwierige Aufgabe es ist, wenn man den Maßstab an sich selbst hat, es allen gerecht zu manchen, was nicht funktioniert. Ich konnte in den Gesprächen jedem der mich gefragt hat auch beantworten, warum die Platzierung so ausgefallen ist. Muss ich nicht manchen, aber ich denke es ist das Recht des Athleten die Entscheidung auch begründet zu bekommen, warum ich es so gesehen habe.

Als Ausblick konnte ich natürlich auch Dinge wahrnehmen wo noch großes Potenzial zur Verbesserung steckt. Im Folgenden werde ich versuchen einige Dinge aufzuzeigen, welche ggf. umgesetzt werden können und den Verband in der Öfflichkeit noch attraktiver darstellen kann.

  1. Sichtungsvortag: Viele Athleten waren in der falschen Klassen, warum als nicht am Tag der Einschreibung einen Juror beim Wiegen zum Sichten einteilen und eine Empfehlung zur Klasse abgeben. Hierbei liegt natürlich die Entscheidung klar bei dem Athleten.
  2. Doppelstarts: Für mich machen Doppelstarts nur in Ausnahmefällen sinn. Klassen in Alter und Gewicht zu unterscheiden ist sinnvoll, jedoch völlig verschiedene Kriterien als Anlass zu nehmen mich noch in einer anderen Klasse zu "probieren" ist völlig sinnlos. Entsprechend sollten auch die Entscheidungen ausfallen. Beispiel: Starter Mens Physique und Bodybuildingklasse! Frauen Bodybuilding und Athletik?
  3. Sinnhaftigkeit mancher Klasse: Manche Klassenunterscheidungen wie Masters Bikini Frauen machen ebenfalls keinen Sinn, oder gibt es Mens Physique Masters?
  4. Klasse Mens Physique: In einer Klasse die sich auf den T-Walk spezialisierst hat, Bodybuildingposing zu fordern halte ich ebenfalls für Fehl am Platz. Oder wird bei der Bikini Klasse das Bodybuildingposing gefordert?
  5. Einheitlichkeit nicht vorhanden: Zusammenfassend fehlt die Einheitlichkeit zwischen Bikini der Frauen und Physique der Männer.
  6. Kür = Posing Routine: Warum keine Requisiten mit der Kür verwenden, macht den Showeffekt besser. Die Kür ist doch gewollt fürs Publikum und nicht Teil der Bewertung. Es ist kein großer Aufwand bei gleicher Zeit und gleichen Vorgaben. Attraktivität würde auch ebenfalls gesteigert werden. 
  7. FFMI und Fettmessung: Auch wenn es eine gute Möglichkeit, muss auch richtig und ordnungsgemäß durchgeführt werden. Da genügt keine einfache Dreipunktmethode mit einer billige 3-Euro-Kaliperzange, die maßgeblich den FFMI beeinflusst. Sehr hohes Verbesserungspotenzial!
  8. Trinken auf der Bühne: Mir erschien es so, als würde jeder wie er gerade Lust hat von seinem Coach betreut werden, abgetupft werden wenn die Farbe verläuft. Der Coach kommt auf die Bühne und lässt sich Zeit. Es muss auf Anweisung der Juroren gehandelt werden. Manchmal geschehen, manchmal auch nicht. So halte ich es für wichtig besonders das Trinken auf der Bühne oder alle Tätigkeiten durch den Coach des betreuenden Athleten im Reglement zu regeln und wenn nicht eingehalten zu sanktionieren. Einheitlichkeit!

Ich hoffe diese Punkte regen zum Nachdenken an. Wen ihr ähnlicher Meinung seid, so gibt mir doch bitte Feedback. Ich hoffe auf einen Austausch.
Euch noch einen schönen Tag

Daniel Gildner

Daniel Gildner

DanielGildner.com, Zum Leineufer, Göttingen, NDS, Germany

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